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Alltag

Autor: Nele | Datum: 09 Oktober 2012, 04:05 | Kommentare deaktiviert

(2.TEIL--> Teil 1 : BKM)

Nachdem die Australier wieder abgereist waren, kehrte der Alltag ein, der für mich leider ein bisschen langweilig war, da ich immer noch nicht mit den Ibus besprochen hatte was ich denn jetzt hier im Heim machen sollte, obwohl ich ja schon einige Unterrichtsideen und Aktionen  im Kopf hatte.

Viel ist auch nicht passiert, ich habe versuch die Langeweile mit Arbeiten zu bekämpfen, sodass ich einfach der Kindern auf dem Feld arbeiten geholfen oder mit gekocht  habe. Am  5.10 hab ich dann mal mit Ibu Rina geredet und ihr von meinen Plänen erzählt, die ihr dann auch gefallen haben, sodass ich nun nach meinem ersten richtigen Wochenende im BKM auch mit dem Unterrichten anfange.

Gestern habe ich dann zum ersten Mal die Kleinen, d.h. Kindergarten- und Grundschulkinder in Englisch unterrichtet. Ich hatte mir vorher alles was ich sagen wollte im Wörterbuch rausgesucht, was eigentlich auch hilfreich war. Doch trotz allem war es ein ziemliches Chaos und am Ende der nur 60 min war ich fix und fertig. :D Es hat aber trotzdem Spaß gemacht. :)

Heute geht es dann wieder los und wir machen etwas Kreatives, in den nächsten Tagen folgt dann auch Biologieunterricht für die Kleinen, sowie Englisch für die Mittel- und Oberstufe.

Ich hoffe, dass sich meine Sprachkenntnisse jetzt mal so langsam verbessern. Ansonsten geht es mir super und ab nächste Woche bin ich dann ja erst mal auf der General Assembly der VEM zusammen mit Annika, da freu ich mich schon drauf!

Liebste Grüße ich denk an euch :)

 

BKM

Autor: Nele | Datum: 09 Oktober 2012, 04:01 | Kommentare deaktiviert

So nun kommt auch endlich mein Bericht über das BKM und wie es mir in meinen ersten Wochen hier ergangen ist ;)

Das BKM: Also als erstes kommt hier mal die Beschreibung wie das BKM eigentlich aufgebaut ist damit der Text vielleicht von Anfang an ein bisschen einfacher ist. :P

Das BKM liegt ca. 30 min Busfahrt von Siantar entfernt, sodass unsere Umgebung sehr ländlich ist und das Kinderheim von vielen Feldern umgeben ist.


Es besteht eigentlich aus 3 Häusern wobei zwei weitere, kleinere Häuser auf dem Gelände stehen, in diesen wohnen Ibu Betty und Ibu Rina (, die die Leiterin des Heims war, heute kommt eine neue Leiterin, die aber nicht im Heim wohnt.) mit ihren Familien. (Ibu Betty hat 3 Kinder: 2 Mädchen und 1 Jungen; Ibu Rina hat 2 Töchter)


Das erste Haus, auf das man zugeht wenn man das Gelände betritt, hat eine große Terrasse auf der meistens Gäste begrüßt werden, außerdem befindet sich hier das Büro und Ibu Lensi (1 Sohn) bezieht hier 2 Zimmer mit ihrer Familie. Im hinteren Bereich und im zweiten Stock sind die Schlafräume der Jungs.


Im zweite Haus, direkt daneben, ist die untere Etage die sogenannte „Aula“, ein Raum zum  Hausaufgaben machen, unterrichten, am Computer arbeiten aber auch der Andacht und Veranstaltungsraum des Kinderheims. Im oberen Stock findet man dann den Schlafsaal der Mädchen, das einen  Balkon besitzt, sowie zwei weitere kleine Zimmer, von denen ich eins beziehe. :)

AULA

Mädchenschlafraum

mein Zimmer wobei es mittlerweile schon ein bisschen wohnlicher gestaltet ist ;) :


Das dritte Haus das etwas weiter hinter den anderen beiden liegt ist der Speisesaal, die Küche, sowie außerhalb einen Waschplatz für Geschirr und Wäsche.

links ist der Tisch an dem ich immer sitze :)


In der Mitte der drei Häuser gibt es ein Basketballfeld. Des Weiteren liegt neben den Häusern ein großer Fußballplatz mit Tribüne und ringsherum die Felder des BKMs auf denen wir auch Teile unseres Essens pflanzen.

Fußballplatz


Basketballplatz

Zu den Bewohnern des Heims:

Zunächst einmal wie schon erwähnt die drei Ibus Betty, Rina und Lensi mit ihren Familien, die das Heim leiten und pflegen. Und natürlich die Kinder des Heims, momentan sind es 21 Jungen und 12 Mädchen wobei eigentlich noch 3 weitere Jugendliche hier leben, einer von ihnen studiert nun in Medan und zwei Mädchen machen eine Ausbildung zur Hebamme. Die Kinder  und Jugendlichen sind im Alter von 5-19 Jahren.

Und natürlich seit kurzem Ich. :P

 

Nun zu meinen Erlebnissen.

Am 24.9 bin ich ins Kinderheim ungezogen, ich muss sagen es war dann doch ganz schön gruselig als Letina, Paul und seine Familie, die mich alle begleitet haben, ohne mich weg gefahren sind. Die ersten Tage waren sehr anstrengend, da ich 24 Stunden lang von den vier Jüngsten, Yosep, Abdon, Jeremi und Pebi (Ibu Rinas Tochter) auf trapp gehalten wurde und ja auch mein Tagesablauf nicht gerade der kürzeste ist.

Vielleicht erst mal dazu:

- 4.20 klingelt mein Wecker

- 4.30 stehe ich dann auf und wecke die Mädchen

- Bis kurz nach 5 gibt es eine kleine Andacht, die jeden Morgen von den Kindern gehalten wird

- Von 5-6 wird sich dann fertig gemacht und das gesamte Gelände geputzt und gefegt.

- Um 6 gibt es dann frühstück wobei die Seniors und die Mittelschule sich beeilen müssen, um dann um 6.15 schnell zum Bus zu eilen, damit sie pünktlich in der Stadt ankommen

- Die Jüngeren haben dann noch bis ca. 7.30 Zeit bis Sie dann auch zur Schule gehen, die sich direkt gegenüber befindet.

- bis ca. 13 Uhr habe ich dann theoretisch Zeit für mich um meine Wäsche zu machen noch ein bisschen zu schlafen oder auch den Unterricht für den Nachmittag vorzubereiten.

- 13 Uhr Mittagessen mit allen Grundschule und Kindergarten Kindern

- ab 13.30 heißt es dann erst mal ein bisschen Pause und dann geht es aber auch schon wieder weiter mit Feldarbeiten, Putzen und Kochen.

- um 18 Uhr sind dann auch die letzten Kinder und Jugendlichen wieder aus der Schule zurück

 - sodass es dann auch um 19 Uhr Abendbrot gibt

- nach dem Abendbrot ist dann die Zeit zum Hausaufgaben machen, wobei ich versuche mein Bestes zu geben um zu helfen, in Mathe scheitere ich dann aber trotzdem. :D Das Ganze dauert dann meistens so bis 21-22 Uhr, sodass ich nach jedem Tag todmüde ins Bett falle.

 Am 26.9 kam eine chinesische Familie zu Besuch, die den 1. Geburtstag ihres Sohnes mit den Kindern des Kinderheims feiern wollte. So gab es eine große Torte, sowie für jeden eine weitere Schachtel mit Gebäck und etwas zu trinken. Es war ein netter Nachmittag und der Kuchen war natürlich auch lecker, wobei alles hier echt süß ist.

Es kam jetzt in den zwei Wochen in denen ich hier bin sehr häufig vor, dass jemand vorbei gekommen ist um Geschenke, wie Hefte, Stifte oder auch Essen und Süßigkeiten zu sponsern. Ob das aber immer so regelmäßig vorkommt weiß ich nicht.

Am 28.9 sind wir, die Ibus, Ich und 6 Kinder dann zum PKR nach Siantar gefahren. Das PKR ist eine Art Arbeitszentrum für Jugendliche, die nicht die Möglichkeit haben studieren zu gehen, hier lernen sie Handwerke, durch die sie später vielleicht einen Beruf ausüben können.

Der Anlass war eine Art Vorbereitungsfeier für eine Braut, deren Hochzeit am nächsten Tag stattfinden sollte. Das BKM war eingeladen und sang zum Dank dann auch ein Lied, wobei ich „gezwungen“ wurde mit zumachen, was ja nicht weiter schlimm gewesen wäre, wenn ich das Lied und den Text gekannt hätte. So habe ich halt nur so getan und werde nun für immer und ewig auf dem Video verewigt sein. :D Dann gab es wie es hier normal ist etwas zu Essen, wobei es schon die 3 Mahlzeit des Tages war.

Nach der Veranstaltung bin ich dann übers Wochenende wieder zu Lertina gezogen, da die GKPS eine Gruppe australische SchülerInnen und 3 ihrer Lehrer, sowie die Schulleiterin ab Samstag zu Besuch haben würde. Das konnte ich mir ja nicht entgehen lassen, wobei die Gruppe auch später das BKM besucht hat.

Bei Lertina angekommen hatten wir dann nichts zu tun und haben uns entschieden eine Freundin von ihr zu besuchen, bei der am Abend dann auch die Hausandacht stattfinden würde. Hier gab es natürlich auch beide Male wieder etwas zu essen sodass ich dann am Abend nach 5 warmen Mahlzeiten nur noch als eine Kugel nach Hause rollen konnte.

Am Samstagmorgen ging es dann erst mal in Büro und nach Siantar, wo ich meine geschneiderte traditionelle Kleidung abgeholt habe. Das war schon mal das Highlight des Tages. Es ist wunderschön geworden:

 (wobei das nur das Oberteil ist), das Foto vom Rest kommt dann noch nach ;))

Mittags sind dann auch die Australier angekommen, eine echt nette Gruppe alle sehr aufgeschlossen und lustig. Gemeinsam sind wir dann nach der Begrüßung und einigen Fotos Essen gegangen. Danach haben Lertina und ich uns dann von den Anderen getrennt wir würden am nächsten Tag wieder zu ihnen stoßen.

Sonntag in der Kirche musste ich dann natürlich erst mal meine traditionelle Kleidung ausprobieren, wobei ich sagen muss, dass das Kleinbus fahren mit Korsage echt nicht angenehm und nicht einfach ist. In der Kirche angekommen wurde mi aber immer wieder gesagt wie schön ich aussehe und wie toll sie es finden, dass ich diese Kleidung trage. Das hat mich dann natürlich wieder gefreut :)

Als wir uns dann am Vormittag bei den Australiern erkundigen wollten wo sie denn jetzt sind, kam der Schock. Es war 14 Uhr und sie wollten um 15 Uhr doch schon am Sonntag zum Vorstellen ins BKM kommen, weil ja in der Woche, wegen der Schule, viele Kinder nicht da sind. Also musste ich jetzt so schnell wie möglich wieder zurück. Und so bin ich zum ersten Mal Motorrad gefahren :) Ich muss sagen, das gefällt mir. :P Einer der älteren Jungs, Jackie, hat mich aus Siantar abgeholt, weil das Motorrad deutlich schneller ist als die Kleinbusse.

Völlig fertig im BKM angekommen stellte ich dann fest, dass die Hetzerei gar nicht nötig gewesen wäre, weil ich dann doch auf die 2 Stunden verspäteten Australier warten konnte. Naja… auch egal.

:)

Nach der Vorstellungsrunde gab es dann verschiedene Aktivitäten wie Armbänder basteln und Fußball spielen, wobei die Australien sich fest vornahmen am nächsten Tag die langen Hosen und Röcke gegen Sportuniformen zu tauschen.

Auch die nächsten zwei Tage mit den Australiern waren toll und wir alle hatten eine Menge Spaß.

Auch haben die Australier viele Geschenke mitgebracht wie neue Bälle, Basketballkörbe, Pfannen, Schulmaterialien und vieles, vieles mehr.

Alle waren immer eifrig dabei und auch ich hatte die Chance ab und zu als Übersetzer helfen zu können, was mich dann doch schon irgendwie gefreut hat, weil ich vorher nicht so das Gefühl hatte mein Indonesisch verbessert zu haben.

Außerdem haben wir in einem der Fischteiche, im knietiefen Schlamm Fische mit bloßen Händen gefangen, um sie dann nachher zu grillen. Das Ganze ist dann nach dem die ersten im Schlamm versanken zu einer Schlammschlacht ausgeartet, sodass es danach eine Duschparty gab, weil keiner wie der Fischteich riechen wollte. :D Und auch Die Fleder zusammen bepflanzt.

der Fischteich :D


Am letzten Abend veranstalteten wir dann noch eine Talentshow bei der die BKM Kinder tanzten und beide Gruppen also Australier und BKM Lieder sangen. Das Ganze endete dann mit einer Disco und dem tränenreichen Abschied.


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