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Von Jahreswechsel und Streifenhörnchen

Autor: Nele | Datum: 07 Januar 2013, 16:29 | Kommentare deaktiviert

So jetzt gibt’s  noch ein bisschen was von 2012. Den Rundbrief hab ich ja mit dem ersten Dezember abgeschlossen und da ist ja jetzt schon wieder ein Monat um. ;)

Also los geht’s…

Nachdem wir schön Weihnachten gefeiert hatten ging der Stress so richtig los, denn entweder bekamen wir Besuch oder wir wurden eingeladen um an Weihnachtsveranstaltungen teilzunehmen und manchmal auch beides. An einem Tag gab es sogar vier unterschiedliche Gästegruppen, was eine Unmenge an Kuchen und Süßigkeiten mit sich brachte. Das liegt daran, dass Gäste grundsächlich etwas für die Kinder mitbringen, außerdem Geld und/oder Grundnahrungsmittel.  

Gäste :)

Nebenbei hat aber natürlich die alltägliche Arbeit und Schule stattgefunden, denn Ferien gab es erst ab dem 24 Dezember.

Eine der alltäglichen Arbeiten war dann z.B. auch mal eben 3 Maisfelder von Hand abzuarbeiten, was bei 35 Grad wirklich eine angenehme Arbeit ist und wenn man es dann noch schafft sich mit der Nadel, die zum Öffnen der Maiskolben gebraucht wird, den Finger aufzuschlitzen, macht es noch viel mehr Spaß… Nein Scherz beiseite, eigentlich war es wirklich ganz lustig aber eben auch ziemlich anstrengend und Schweiß treibend. ;)

Neben den vielen Besuchen mit den BKM-Kids zusammen, war ich für ein Wochenende alleine eingeladen an der Jugendweihnachtsfeier der GKPS teilzunehmen. Was eine interessante Mischung aus Gesangswettbewerb und Vorführungen, sowie einfach zusammen sitzen und ein bisschen quatschen war.  Besonders schön für mich, dass auch mal Menschen in meinem Alter dabei waren, außerdem hab ich Delmi die schon in Berastagi als Steward dabei war, dort getroffen. Ein freudiges Widersehen. :)

Weihnachten selbst hier am 25. Dez haben wir nicht wirklich besonders gefeiert, wir waren im Gottesdienst, aber ansonsten war es wie ein normaler Tag, denn wir hatten ja schon am 1. Dez gefeiert.

Jedoch gab es noch eine weitere Großveranstaltung im BKM denn wir feierten mit insgesamt sieben unterschiedlichen Kinderheimen und weiteren Gästen (500/600 Gäste) am 27. Dez ein weiteres Mal  Weihnachten. Das Ganze wurde auf dem BKM-Fußballfeld ausgerichtet, sodass fleißig und viel dafür vorbereitet wurde. Also gab es einen neuen Anstrich für das Haupthaus (der aber auch so geplant war), Bambusbrücken für unsere Wassergräben, denn in den anderen Heimen gibt es auch Kinder, die im Rollstuhl sitzen oder auf Krücken gehen und unsere Bretter nicht befahren/begehen könnten.

neuer Anstrich und Brücke links im Bild

Des Weiteren wunderschöne blaue Vorhänge für die Jungenfenster und (für mich da ich ja nicht so ein Pink Fan bin) nicht so schöne pinke Vorhänge für die Mädchenfenster, inklusive meinem Zimmer natürlich. :D Man bestaune das Foto.

 

Das Fest selber war wirklich schön und hat richtig Spaß gemacht. Außerdem habe ich zwei weitere Deutsche getroffen, die ebenfalls gerade hier im Freiwilligendienst arbeiten.Ach und ich war natürlich auch schön gemacht für den Tag mit traditioneller Frisur und Kleidung :P



 Die restliche Zeit des Jahres war schnell um, sodass ich jetzt schon zu Silvester komme. Silvester selbst ist gar nicht so anders als in Deutschland nur vielleicht etwas kleiner gefeiert aber auch schön. Am 31.Abends haben wir gemeinsam Abendessen gekocht bzw. gegrillt, denn es gab Schweinefleisch in einer Art BBQ-Sauce natürlich mit Reis ;). Nachdem das verputz war wurden die letzten Vorräte an Süßigkeiten, die wir von Gästen bekommen hatte und was eine ganz schöne Menge war, verputzt und dann war erst einmal warten angesagt. Ach nein zwischendurch wurden noch Böller verteilt und ein paar Raketen abgeschossen an denen alle eine Menge Spaß hatten. Das Raketenschießen und natürlich Wunderkerzen anzünden wurde dann auch nochmal um 12 Uhr wiederholt und zum Abschluss wurde von mehreren Personen für das neue Jahr gebetet. Ibu Rina hat auch noch für mich gebetet, da ich ja nicht gemeinsam mit Familie und Freunden aus Deutschland das neue Jahr begrüßen kann, dies war wirklich sehr schön für mich.

Am 1. Januar 2013 sind wir dann gemeinsam mit Ibu Merti zu einer Art Schwimmbad gefahren. Wobei das Ganze eine riesige Parkanlage ist in der man Essen, gemeinsam sitzen und spielen kann, sowie schon gesagt auch in drei Becken schwimmen kann. Die Becken sind jedoch nicht gepflastert also ist das ganze wie eine Art Mini See. Die Aktion war wirklich lustig und trotz des ganzen Wasser das ich beim „Döppen“ geschluckt habe, hatte ich nachher keine Magenprobleme, was bei der Sauberkeit des Wassers wirklich ein Wunder ist. :D Der Abend bzw. die Rückfahrt war dann weniger lustig, da wir mit knapp 40 Mann in einem Minibus(Ancot) saßen und leider durch ein Monster-Gewitter, immer wieder rückwärts die Hügel runtergerutscht sind. Dann hieß es immer im strömenden Regen aussteigen und anschieben bzw. nachher wieder aufspringen.

Schwimmbad :)

Nach gefühlten 5 Stunden Fahrt kamen wir dann auch im BKM  klitschepitsche nass an und hatten uns alle ein bisschen Erkältet, was aber bei den Temperaturen hier schnell wieder weg  geht. ;)

Also ist alles wieder gut.

An diesem Wochenende war ich dann gemeinsam mit Lertina und dem Generalsekretär der GKPS, sowie allen dort Arbeitenden + Familie am Toba See um gemeinsam das neue Jahr zu feiern. Das ganze erinnerte sehr an die Veranstaltung an meinem ersten Wochenende mit Paul und seiner Familie, die übrigens auch dabei waren, nur das wir noch besseres Wetter hatten und ich natürlich jetzt schon reden kann. :D Mit zurück genommen hab ich dann einen dicken Sonnenbrand.

Ihr hab euch bestimmt schon gefragt was das Streifenhörnchen im Titel heißen soll. Ganz einfach, mitleiweile sehe ich aus wie eins. Denn da ich ja meisten, bzw. eigentlich immer wenn ich unter Leuten bin, lange Hosen, T-Shirts und Flipflops anhabe, sind meine Arme, meine Füße und mein Gesicht braun/ bzw. gerade ziemlich rot und der Rest wie z.B. meine Beine Käseweiß.

 Naja aber das wird dann geändert wenn ich im Urlaub bin. ;)

Ansonsten geht jetzt der Alltag wieder los denn ab heute ist wieder Schule und ich unterrichte wieder im BKM.

Da wir ja bei heute angelangt sind sage ich erst mal tschüss euch allen einen schönen Tag und aller liebste Grüße bis die Tage ;)

Ach ja und fast hätte ich es vergessen heute sind auch die erstem Weihnachtspäckchen aus Deutschland angekommen :) Vielen vielen Dank nochmal :)

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Rundbrief Nr 1. auch hier :)

Autor: Nele | Datum: 07 Januar 2013, 12:35 | Kommentare deaktiviert

Hier auch der Rundbrief musste leider die Fotos rauslassen und die Textfelder sind auch was komisch aber man kann es ja lesen und die meisten haben ja das Original! (wer es nicht hat kann sich wie gesagt bei mir melden ;) ) :) das neuste dann jetzt in neuen Artikel "von Jahrenwechsel und Streifenhörnchen"

Hallo,

und erst einmal liebe Grüße aus Indonesien.

Es war gar nicht so einfach diesen Rundbrief zu schreiben, aber da ja jetzt schon drei Monate um sind, wird es höchste Zeit mal etwas zu berichten.

Was mir auf jeden Fall aufgefallen ist, dass diese drei Monate unglaublich schnell umgegangen sind, manche Wochen super spannend und aufregend waren, aber es auch ein paar Wochen gab in denen die Tage gar nicht umgingen und ich nur so dahin lebte. Aber ich fange am besten ganz am Anfang an…

Der Tag der Ausreise.

Nachdem wir uns viele Monate mit Seminaren, Vorbereitungstreffen und zudem auch noch unserem Abitur beschäftigt und vorbereitet hatten, war der Tag der Abreise dann doch schneller gekommen als vorher erwartet. Als ich dann auch alles fertig gepackt hatte und wie immer ein bisschen spät am Bahnhof ankam, erwarteten mich schon Viola und Lena mit ihren Freunden und Familien. Wir hatten uns nämlich entschieden nicht den langen Weg mit allen Liebsten im Auto zu verbringen, sondern alleine bis nach Frankfurt zum Flughafen zu fahren.  An dem wir dann auch nach einem tränenreichen Abschied und viel Schokolade essen im Zug ankamen.

Dort trafen wir dann auch auf unsere anderen beiden Indonesien-Mitstreiter Annika und Sebastian, mit denen wir uns, nach einiger Wartezeit (wir waren eindeutig zu früh losgefahren) auf den Weg zum Gate, zum Flugzeug, zu einem Jahr Freiwilligendienst in Indonesien machten. Das war mir in diesem Moment aber nicht wirklich bewusst.

So ging es für uns in die Luft und wir landeten wohlbehalten nach 12 Stunden Flug in Singapur, unserem Aufenthaltsort für die nächste Woche, denn bevor wir in Indonesien einreisen konnten, mussten wir noch eine kleine Hürde nehmen, die laut Erzählungen problematisch werden könnte, unsere Visa.

Am Flughafen wurden wir dann auch ohne Probleme abgesammelt und zum Hostel gebracht, welches im Stadtteil "Little India" lag. Nach einer kleiner aber eindrucksvollen Erkundungstour und einheimischem Essen sind wir dann auch ganz schön müde in unserem Gruppenzimmer in die Betten gefallen. Das einzige Problem mit unserem Zimmer war, dass leider die Klimaanlage in der ersten Nacht nicht wirklich funktioniert und  wir eine heiße, schlaflose Nacht verbracht haben. Die folgenden Nächte wären wir dann fast erfroren also klimamäßig sind wir schon mal gut auf die Probe gestellt worden.

Nun ja aber weiter geht’s…

Am zweiten Tag machten wir uns auf den Weg zur indonesischen Botschaft um unsere Visa zu beantragen. Entgegen aller Erwartungen war diese Aktion ein einfaches Unterfangen. Rein – Papiere und Pass abgeben – bezahlen – und fertig. Zwei Tage später konnten wir die fertigen Unterlagen dann auch wieder abholen. Da unser Weiterflug ja aber erst am Ende der Woche geplant war, hatten wir die restlichen Tage Zeit die Stadt zu erkunden.

In Singapur gibt es viele verschiedene Viertel, mit vielen Verschiedenen Kulturen, Religionen und Funktionen. So gibt es neben „Little India“, unserem Viertel, noch die „Arabstreet“, „Chinatown“, die Hauptstraße mit vielen Kaufhäusern, Banken, kleinen Geschäften sowie edel Boutiquen und „Clark Quay“, eine vom Kanal umflossene Halbinsel mit Restaurants, Clubs und Diskotheken in denen das Nachtleben Singapurs stattfindet.

 

Textfeld: ZUSATZINFO Little India: indisches Viertel mit unserem Hostel Footprints und direkt gegenüber ein super leckerer Imbiss. Arabstreet:  wie der Name schon sagt, ist die Arabstreet das eher arabische Viertel, in dessen Mitte eine große Moschee prunkt.   Chinatown: Chinatown ist ein sehr lebendiges Viertel, wie Singapur insgesamt. Am auffälligsten sind jedoch tausende Souvenirshops und die typische Architektur, wie man sie sich vorstellt. Besonders war, dass auf Grund eines Festes zur Vertreibung böser Geister der Stadtteil wunderschön geschmückt war. Hier findet man auch großartige Tempel. Hauptstraße: Die Hauptstraße und Singapur überhaupt wirken sehr westlich, nicht wie die meisten Menschen es sich vorstellen würden. Hier findet man wirklich alles! Clarke Quay: eher touristisches Viertel, aber trotzdem ein sehr schöner Ort an dem man es sich gut gemütlich machen kann. Und für nette Abende sowieso.

 

 

Für mich war es unglaublich wie sehr sich in jedem Viertel die Menschen, Gebäude, Gerüche und das normale Leben zu verändern scheint. Aber es war wirklich interessant so viel entdecken, erleben und schmecken zu können. Denn wir haben uns natürlich nicht von McDonalds und ähnlichem ernährt sondern versucht jeden Tag unterschiedliche Gerichte in kleinen Straßenlokalen zu probieren.

Besondere Highlights waren der Besuch im Nacht Zoo von Singapur und auch die Nacht Sightseeingtour, die Nora, die Frau die uns vom Flughafen abgeholt hat, mit uns gemacht hat.

Ach ja und bei der Sightseeingtour  gab es dann auch die erste frische Kokosnuss meines Lebens! – Nicht ganz mein Fall aber man probiert ja alles!

 


Textfeld: WUSSTET IHR SCHON?! Singapur ist unglaublich geordnet und sauber. So zahlt man Strafe für Müll auf die Erde werfen, die Toilette nicht abspülen, Kaugummi ins Land einführen und viele Dinge mehr. Das System scheint zu funktionieren, die Stadt ist sauberer als jede Stadt, die ich in Deutschland oder auch anderen Ländern je gesehen habe. Grund dafür ist wahrscheinlich, dass die Bußgelder außerordentlich hoch sind und die Tat anscheinend niemand so viel Wert ist.

 

An unserem vorletzten Abend sind wir dann noch Feiern gegangen, um die gemeinsame Zeit hier in Singapur abzuschließen, da wir uns dann ja schon bald alleine wiederfinden würden.

Danach hieß es nur noch Koffer packen und auf geht’s für die richtige Reise.

 

 

In Medan angekommen wurden wir alle (Annika, Sebastian und ich)  freundlich empfangen. Ich wurde von dem Pfarrer Paul Munthe und einigen Jugendlichen, die ich schon in Hagen kennen gelernt hatte als sie vor einigen Wochen dort zu Besuch waren, abgeholt. 

Von dort aus hieß es dann getrennte Wege zu gehen und in den ganzen Begrüßungs- und Abreisechaos waren die anderen beiden auch schon verschwunden und es ging los auf eine 4 ½ stündige Fahrt Richtung Pematang Siantar.

Übrigens bemerke ich gerade beim  Schreiben, dass ich schon nicht mehr weiß was dann passiert ist also mal eben einen Blick in den Blog werfen ;) …

Ach ja so ging es weiter, schon verwirrend wie schnell man die ersten aufregenden Wochen mit den vielen neuen Eindrücken vergisst, wenn man schon im Alltag angekommen ist. Aber weiter geht’s im Text…

Vielleicht noch kurz zu meinem ersten Eindruck der Stadt.  Was mir als erstes auffiel war, die unglaublich laute, heiße, stickige Atmosphäre (man konnte sogar die Abgase als Schwaden in der Luft umherziehen sehen). Aber gleichzeitig waren da auch die unbekannten Gerüche (z.B. die Stinkefrucht Durian, aber dazu kommen wir später), die Farben, das Essen und das Klima… wirklich unglaublich schön und aufregend aber auch unglaublich ermüdend.

Angekommen bei Familie Munthe hieß es dann auch schnell ins Bett, denn am nächsten Tag sollte es schon früh spannend werden.

 

Textfeld: ERSTEN WOCHEN Eigentlich sollte ich ja zur Eingewöhnung bei Lertina, meiner Mentorin wohnen. Als ich sie in Hagen getroffen habe, wurde jedoch klar, dass sie bei meiner Ankunft noch gar nicht wieder zurück sein würde. Also wohnte ich die ersten Wochen bei dem Pfarrer Paul Munthe, der mich ja auch schon von Flughafen abgeholt hat. Er und seine Familie, seine Frau Yaya und sein Sohn Steven (7 Jahre alt), sind wirklich super nett und hilfsbereit, sodass ich mich direkt wohlfühle.

 

Textfeld: Der TOBA SEE („ Danau Toba“)  liegt im Norden von Sumatra und ist ein ehemaliger Vulkankrater, in dessen Mitte die Insel Samosier liegt, die touristisch sehr beliebt ist. Ebenso wie Parapat eine Stadt am Toba See.Nachdem Steven am Samstag aus der Schule wieder da war, ja hier ist auch samstags Unterricht, erfuhr ich dann auch was passieren würde, die Kirchengemeinde veranstaltete ein Seminar an dem auch wir teilnehmen würden, wobei das Ganze mehr einer großen Familienfreizeit ähnelte, denn alle waren mit Kind und Kegel dabei. Das Beste war natürlich, dass das Ganze am Toba See stattgefunden hat, sodass ich schon an meinem ersten Wochenende in Indonesien eins der großen Highlights von Sumatra gesehen habe.

Zu Beginn des Seminars würde ein Begrüßungsgottesdienst gehalten und natürlich gab es direkt danach etwas zu Essen, denn Essen ist hier eine der wichtigsten und häufigsten Tagesbeschäftigungen, aber dazu später…

 

Es folgten gegen Abend einige Diskussionsrunden, wobei die meisten „normalen“ Kirchenmitglieder , d.h. Kinder, die meisten Frauen, einige Männer und ich, die nicht zu bestimmten Gruppen oder Vorständen gehören, nur anfangs dabei waren und sich nachher anderweitig beschäftig haben. Und dann war der Tag auch schon um.

Der nächste Morgen wurde mit einem super schönen Gottesdienst  begonnen. Es wurde viel gesungen und die Atmosphäre war einfach toll. Wie ich ja schon erwähnt hatte glich das ganze mehr einer Familienfreizeit, was vielleicht auch daran lag, dass der zweite Tag (von 2 Tagen) nicht aus Seminaren bestand. Es wurden verschiedenste Spiele gespielt, Wettbewerbe veranstaltet, getanzt und gesungen, wobei nicht nur die Kinder ihren Spaß daran hatten, sondern alle, die dabei waren.

Insgesamt ist dieses Wochenende eigentlich ein gutes Beispiel für meine ersten Wochen. Einerseits war es super lustig und spannend. Ich habe viele neue Leute kennengelernt und auch schon ein bisschen über Kultur und Sprache gelernt. Kurz gesagt EINDRUCKSVOLL UND SCHÖN!

Jedoch war es auch sehr anstrengend und schwierig, denn (und das war bis vor kurzen auch noch eine große Sorge von mir...) mit Sprachkenntnissen von 8 Tagen kommt man relativ schnell an seine Grenzen.

In der ersten Zeit und auch in den ganzen letzten Monaten hatte ich nicht das Gefühl mich in der Sprache zu verbessern, es fiel mir relativ schwer zu kommunizieren und bei einer Veranstaltung wie diesem Seminar, wo kaum jemand Englisch spricht, ist das dann doch etwas schwierig. Außerdem sprechen viele Leute, besonders die Älteren, hier Simalungun, eine ganz eigene Sprache, die sie manchmal noch mit dem Indonesischen mixen. Und wenn es mir schon schwer fällt eine Sprache zu lernen, ist es nicht so einfache für mich eine zweite gleich gratis dazu zu bekommen.

Mittlerweile, ich denke besonders durch das Leben im BKM habe ich mich schon verbessert, wenn ich so an die erste Woche zurückdenke bemerke ich dann doch einen kleinen Fortschritt. :P

Nun ja aber weiter im Text…

Textfeld: PEMATANG SIANTAR Pematang Siantar ist eine Stadt, in Sumatera Utara auf der Insel Sumatra. Es sind knapp 130 km bis zur nördlicher gelegenen Provinzhauptstadt Medan. Für die man aber durch Verkehr und größtenteils baufällige Straßen nahezu 5 Stunden braucht! Warum auch immer dachte ich, bevor ich hier ankam, dass ich in ein Dorf kommen würde. Naja falsch gedacht. Siantar ist, bzw. kommt mir ziemlich groß vor und bis jetzt finde ich mich nicht wirklich zurecht. Ich weiß zwar mit welchem Minibus ich wo hin komme aber ob der Laden, das BKM oder auch das Büro der GKPS im Norden, Osten, Süden oder Westen der Stadt liegt kann ich nicht sagen. Soweit ich das mitbekommen habe ist der Stadtkern auch irgendwie ringförmig und es gibt  tausende Kreisverkehre, Kreuzungen und Schleichwege wodurch das Orientieren noch komplizierter wird. Aber das regelt sich bestimmt auch noch.

 

Die darauf folgende „erste Woche“  in Siantar habe ich die Stadt ein wenig erkunden und mich versucht einzuleben.

Zum Beispiel war ich zusammen mit Yaya bei dem großen traditionellen Markt hier in Siantar, dem „Pasar Horas“. Einen traditionellen Markt gibt es eigentlich in jeder Stadt, dieser jedoch ist immer geöffnet und ist einfach riesig groß. Hier gibt es wirklich alles von Essen über Kleidung bis zu Dienstleistungen wie Friseur und ähnlichem.

Alleine hätte ich mich am Anfang glaub ich auch verirrt und nie wieder raus gefunden aber mittlerweile geh ich auch immer schon alleine dort einkaufen und es ist immer lustig sich mit den Verkäufern zu unterhalten.

 

Dann kam ein besonderer Tag für mich! Mein erster Besuch im KINDERHEIM.

Warum nur Besuch? Es gab Probleme mit meiner Arbeitserlaubnis, denn ohne diese konnte ich auch nicht im BKM wohnen, warum genau weiß ich nicht, jedenfalls konnte ich so nur zu Besuch da sein.

Auf dem Weg war ich unglaublich aufgeregt und hatte auch ein bisschen Angst. Doch als wir dann da waren, war alles verflogen. Die meisten Kinder/ Jugendlichen waren gerade dabei auf dem Feld Mais zu ernten, sodass nur ein paar Jüngere um uns herum wuselten, mit uns Tee tranken und Kuchen aßen.

Es war ein sehr schöner Tag und von da an freute ich mich schon endlich dort leben zu können.

Aber ich musste ja noch ein bisschen warten.

 

Eine besonders lustige Erfahrung die ich gemacht habe war duschen im Dunkeln, wobei das inzwischen, weil es im BKM öfter vorkommt, eigentlich schon Alltag ist.

Denn wenn es hier richtig anfängt zu regen, fällt auch meistens direkt der Strom aus. Denn Gewitter und Regen sind hier ein bisschen heftiger und auch um einiges überraschender, sodass ich mich schon dran gewöhnt habe jeden dritten Tag mal kurz nass zu werden. Man könnte natürlich zur Sicherheit einen Regenschirm mitnehmen aber den vergesse ich grundsätzlich. Ist aber auch nicht weiter schlimm, denn man trocknet durch die Temperaturen hier ja auch schneller.

Jetzt gerade fällt bei euch in Deutschland wahrscheinlich der erste Schnee, derweil habe ich hier wunderschöne, sonnige 30 Grad ;)

Ach und wo ich gerade beim Duschen war noch schnell ein kleiner Eindruck wie die Toilette, das Duschen und alles was ebenso im Bad stattfindet abläuft, ist nämlich gar nicht so einfach…

Es gibt keine  „normale“ Dusche sondern eine Schöpfkelle wie sie auch auf den Bilder zu sehen sind, sowie ein großes Wasserbecken, wo man natürlich nicht rein klettert, sondern aus dem man dann zum Duschen und auch für die Toilette kaltes(!) Wasser schöpft und sich damit begießt. Klopapier gibt es hier nämlich auch nicht. Und wie das ganze funktionieren soll?!…Jaaa das muss sich jetzt jeder selbst vorstellen oder ausprobieren, sehr gewöhnungsbedürftig. :D

Es dauert ein bisschen bis man den Dreh raus und sich ans kalte Wasser gewöhnt, aber letztendlich ist es gar nicht so schlimm, sondern einfach mal eine andere Lebensweise.

 

So und jetzt geht’s aber weiter  es gibt ja noch viel zu berichten...

Es dauerte dann doch länger bis ich im BKM einziehen konnte. Zwischendurch hab ich dann noch meine Unterkunft gewechselt und bin zu Lertina, meiner Mentorin, gezogen mit der ich mich super gut verstehe. Sie ist meine „Kakak“ (große Schwester) und immer zur Stellen wenn ich Hilfe brauche oder Probleme habe. Und außerdem haben wir immer super viel Spaß zusammen und lachen ausgiebig.

In dieser Zeit war auch Karolin zu Besuch, die vor 2 Jahren auf meiner Stelle war. Wir haben einige Ausflüge gemacht, waren nochmal im BKM zu Besuch und haben Waffeln gebacken, die übrigens  mit Genuss und in rasender Geschwindigkeit verputzt waren. ;) Außerdem konnte ich sie noch ein bisschen ausfragen, was wirklich sehr hilfreich war.

Und dann war auch endlich der Tag gekommen an dem ich ins BKM umgezogen bin, der 24.09.2012.

Alle waren super freundlich, wenn auch ein bisschen scheu, aber das war ich auch am Anfang. Ich hab mich nicht so wirklich getraut zu reden, dafür plapperten die Kleinen dann aber auch am Abend schon wie Wasserfälle, sodass ich auch ein bisschen lockerer wurde.

Hier gab es wiedermal ein bisschen Sprachprobleme, aber die Älteren sprechen auch sehr gut Englisch, sodass sie zur Not übersetzten können.

Vielleicht ganz kurz ein kleiner Überblick des BKMs bevor ich weiter erzähle.

 

Textfeld: BKM Das BKM liegt ca. 30 min Busfahrt von Siantar entfernt, sodass unsere Umgebung sehr ländlich ist und das Kinderheim von vielen Feldern umgeben ist. Es besteht eigentlich aus 3 Häusern wobei zwei weitere, kleinere Häuser auf dem Gelände stehen, in diesen wohnen Ibu Betty und Ibu Rina mit ihren Familien. (Ibu Betty hat 3 Kinder: 2 Mädchen und 1 Jungen; Ibu Rina hat 2 Töchter).  Das erste Haus, auf das man zugeht wenn man das Gelände betritt, hat eine große Terrasse auf der meistens Gäste begrüßt werden, außerdem befindet sich hier das Büro und Ibu Lensi (1 Sohn) bezieht hier 2 Zimmer mit ihrer Familie. Im hinteren Bereich und im zweiten Stock sind die Schlafräume der Jungen. Im zweite Haus, direkt daneben, ist die untere Etage die sogenannte „Aula“, ein Raum zum  Hausaufgaben machen, unterrichten, am Computer arbeiten, aber auch der Andacht- und Veranstaltungsraum des Kinderheims. Im oberen Stock findet man dann den Schlafsaal der Mädchen, der einen  Balkon besitzt, sowie zwei weitere kleine Zimmer, von denen ich eins beziehe. :)  Das dritte Haus das etwas weiter hinter den anderen beiden liegt ist der Speisesaal, die Küche, sowie außerhalb einen Waschplatz für Geschirr und Wäsche. In der Mitte der drei Häuser gibt es ein Basketballfeld. Des Weiteren,  neben den Häusern ein großer Fußballplatz mit Tribüne und ringsherum die Felder des BKMs auf denen wir auch Teile unseres Essens pflanzen. Zu den Bewohnern des Heims: Zunächst einmal wie schon erwähnt die drei Ibus („Ibu“=Mutter/Anrede für Frau) Ibu Betty, Rina und Lensi mit ihren Familien, die das Heim leiten und pflegen. Außerdem Ibu Merti die neue Leiterin des Heims, die aber nicht im BKM wohnt. Und natürlich die Kinder des Heims, momentan sind es 24 Jungen und 12 Mädchen wobei eigentlich noch 3 weitere Jugendliche hier leben, einer von ihnen studiert nun in Medan und zwei Mädchen machen eine Ausbildung zur Hebamme. Die Kinder  und Jugendlichen sind im Alter von 5-19 Jahren. 3 Jungen, davon 2 Geschwister, sind neu im BKM, für die, die sich wundern warum die Zahl anders ist als im Blog. ;) Und natürlich Ich. :P

 

Anfangs habe ich nur beobachte und nicht wirklich gearbeitet, währenddessen  ich jetzt Montag bis Freitag die Jüngsten In Englisch, Biologie und Erdkunde unterrichte und jeweils einmal die Woche die Mittelschule bzw. Oberschule in Englisch.

Besonders die ersten Unterrichtsstunden waren anstrengend, aber trotzdem amüsant und auch wenn ich immer ziemlich k.o. bin, haben alle ihren Spaß und lernen auch noch etwas dabei.

 

Die SMP Schüler kommen als letztes nach Hause immer zwischen 18 und 19 Uhr, da sie noch Zusatz(Nachhilfe) Unterricht in der Schule bekommen, sodass ihr ganzer Tag unglaublich lang und voll ist. Deswegen ist auch nur eine Unterrichtsstunde pro Woche möglich.


Textfeld: SCHULSYSTEM Die Schule hier ist folgendermaßen aufgebaut: TK: TK ist der Kindergarten  SD: Unterschule/Grundschule Klasse 1-5 SMP: Mittelschule; ich glaube  3 Jahre SMA: Oberschule; 3Jahre


Vielleicht insgesamt mal zu einem normalen Tagesablauf hier:

·         4.20 klingelt mein Wecker

·         4.30 stehe ich dann auf und wecke die Mädchen

·         Bis kurz nach 5 gibt es eine kleine Andacht, die jeden Morgen von den Kindern gehalten wird

·         Von 5-6 wird sich dann fertig gemacht und das gesamte Gelände geputzt und gefegt. (In dieser Zeit mache ich, wenn es für mich nichts zu tun gibt, ein weiteres Nickerchen ;))

·         Um 6 gibt es dann frühstück wobei die Seniors und die Mittelschule sich beeilen müssen, um dann um 6.15 schnell zum Bus zu eilen, damit sie pünktlich in der Stadt ankommen

·         Die Jüngeren haben dann noch bis ca. 7.30 Zeit bis sie dann auch zur Schule gehen, die sich direkt gegenüber befindet.

·         bis ca. 13 Uhr habe ich dann theoretisch Zeit für mich, um meine Wäsche zu machen noch ein bisschen zu schlafen oder auch den Unterricht für den Nachmittag vorzubereiten.

·         13 Uhr Mittagessen mit allen Grundschule und Kindergarten Kindern

·         13.30 heißt es dann erst mal ein bisschen Pause und schlafen für alle

·         15.00 geht  es aber auch schon wieder weiter mit Feldarbeiten, Putzen und Kochen und meinem Unterricht

·         18.00-18.30 Uhr sind dann auch die letzten Kinder und Jugendlichen wieder aus der Schule zurück

·         sodass es dann auch um 19 Uhr Abendbrot gibt

·         Nach dem Abendbrot ist dann die Zeit zum Hausaufgaben machen, wobei ich versuche mein Bestes zu geben um zu helfen, in Mathe scheitere ich dann aber trotzdem. :D Das Ganze dauert meistens so bis 21-22 Uhr, also ein ganz schön langer Tag.

 

Schon wenige Tage nach meiner Ankunft kamen die ersten Besucher. Das ist hier im BKM immer etwas Tolles und die Kinder freuen sich schon immer darauf, denn Besucher heißt Geschenke (z.B. Schuhe, Schulmaterialen, Süßigkeiten, Kuchen oder anderes leckeres Essen. Besonders jetzt in der Weihnachtszeit werden viele Besucher erwartet, sodass dieser Monat der Lieblingsmonat aller Kinder und Jugendlichen ist. Und ich glaube es ist auch mein Lieblingsmonat, denn ich bekomme auch immer leckeren Kuchen oder Schokolade.  ;)

Anlass für Besuche sind meistens Feste wie Weihnachten oder auch ein Geburtstag, der dann mit dem BKM gefeiert wird. Wie bei diesen Besuchern.

 Es kam eine chinesische Familie zu Besuch, die den 1. Geburtstag ihres Sohnes  mit uns feiern wollte. So gab es eine große Torte, sowie für jeden eine weitere Schachtel mit Gebäck und etwas zu trinken.

Lecker! :)

 

Im selben Monat waren wir dann noch zu einer Hochzeit eingeladen um dort zu singen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass die Braut, die neue Chefin des BKM ist, Ibu Merti, auch super nett, jedoch lebt sie nicht im BKM sondern in der Stadt. Jedenfalls wurde ich beim Singen aufgefordert mit zumachen, was ja nicht weiter schlimm gewesen wäre, wenn ich das Lied und den Text gekannt hätte. :D  Trotzdem lustig.

Dann gab es wie es hier normal ist etwas zu Essen, wobei es schon die 3 Mahlzeit des Tages war.

Nach der Veranstaltung bin ich dann übers Wochenende wieder zu Lertina gezogen, da die GKPS eine Gruppe australische SchülerInnen, drei ihrer Lehrer sowie die Schulleiterin zu Besuch haben würde. Das konnte ich mir ja nicht entgehen lassen, wobei die Gruppe auch später das BKM für 3 Tage besucht hat. Was ein wirklich erfolgreicher Besuch war, da alle viel Spaß hatten, es gab wieder viele Geschenke (wie neue Bälle, Basketballkörbe, Pfannen, Schulmaterialien und vieles, vieles mehr) und natürlich wie immer leckeres Essen.

Besondere Highlights:

Ich hatte die Chance ab und zu als Übersetzer helfen zu können, was mich dann doch schon irgendwie gefreut hat. UND

Im knietiefen Schlamm Fische mit bloßen Händen fangen, um sie dann nachher zu grillen. Das Ganze ist dann, nachdem die ersten im Schlamm versanken, zu einer Schlammschlacht ausgeartete, nach der alle wie der Fischteich stanken. Aber es hat Spaß gemacht und ich hab auf jeden Fall einige mit dicken Schlammkugeln erwischt.

Nachdem die Australier wieder abgereist waren, kehrte der Alltag ein, d.h. den Kindern beim Arbeiten wie die Felder bepflanzen und pflegen, putzen und kochen helfen. Und natürlich unterrichten.

Und nochmal kurz so zwischendurch zum Thema Essen:

Textfeld: ESSEN Ganz am Anfang hatte ich ja zum Thema Geruch mal Durian erwähnt, eine Frucht die man schon riecht wenn man noch meilenweit entfernt ist und da sie hier eigentlich an jeder Ecke verkauft wird, riecht man sie immer. Es wäre ja nicht weiter schlimm, wenn Durian nicht so unglaublich stinken würde, aber für die Leute hier ist der Geruch normal und der Geschmack gilt als sehr lecker. Ich finde man kann sie zwar essen, aber es ist nicht meine persönliche Lieblingsspeise. Ich tendiere dann doch eher zu „Roti Bulan“ (Mond Brot). Dieses Brot ist ein kleines bisschen süß und mit Sesam bestreut,  das gibt es zwar nicht direkt hier in Siantar, aber auf dem Weg nach Berastagi, sodass ich mich, wenn ich in diese Richtung fahre, erst mal reichlich eindecke. Zu den weniger leckeren Sachen gehört dann noch B1, sobald man das sieht heißt es, dass es Hundefleisch ist und ich glaube ich habe es schon, ohne mein Wissen, gegessen. Zumindest sah der danach präsentierte Kopf mehr nach Hund als nach Schwein aus. L Ansonsten ist Essen hier sowieso eine große Leidenschaft und gehört zu den Hauptbeschäftigungen des Tages.  Mit dem Reis essen habe ich bis jetzt eigentlich keine Probleme auch wenn ich Essen wie Pizza und Nudelauflauf usw. auch echt vermisse. Ich habe nur manchmal das Gefühl nicht satt zu werden, aber dann esse ich einfach mehr. :P Hier ein bisschen außerhalb der Stadt leben die meisten Menschen ausschließlich von dem, was sie auf ihren Feldern erwirtschaften und verkaufen können, was bei den vielen Menschen meist nicht viel ist. Die Menschen die hier viel verdienen sind die Leute im Militär- und Staatsdienst. Außerdem genießen PfarrerInnen großes Ansehen.

 

Nach nur wenigen Tagen, ich weiß leider nicht mehr wie lange, hieß es dann auch schon auf nach Sukamakmur/Berastagi zur Youth Pre Assembly und General Assembly der VEM an denen ich und Annika (Freiwillige in Kabanjahe) als Stewards teilnehmen sollten/durften.

Textfeld: WAS IST DAS?! (YPA, GA, STEWARD) Auf der Youth Pre Assembly besprechen die Jugend-Delegierten und Stewards (hier als Teilnehmer), aller drei Kirchen (Asien, Afrika, Deutschland),  welche Themen und Ideen in der General Assembly, in der folgenden Woche, für die Jugend wichtig sind. Alle Assemblies standen dieses Jahr unter dem Hauptthema „Living with other faith“. Mit General Assembly ist die Vollversammlung aller Kirchen der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) gemeint. Die Aufgabe der Stewards ist, als Helfer, den problemlosen Ablauf der GA zu ermöglichen d.h. wir waren zuständig für kopieren, Dinge besorgen und alles was sonst so anstand. Doch zusätzlich hat man als Steward die einmalige Möglichkeit in einigen Sitzungen zuhören zu dürfen und so ein bisschen mehr über die VEM, ihre Arbeit und Strukturen zu lernen.

Delmi, der Steward der GKPS (meiner Kircheà Gereja Kristen Protestan Simalungun) und ich sind von Siantar aus mit dem Taxi nach Kabanjahe gefahren, um dort Annika abzuholen und nach Berastagi/ Sukamakmur weiterzufahren. Nach der knapp vier-stündigen Fahrt kamen wir dann auch im Alpha-Omega, Annikas Einsatzstelle, an und wurden dort freudig von den Kindern begrüßt. (für mehr Infos schaut doch mal bei Annika in Blog vorbei ;))

Mit Hilfe einer Mitarbeiterin haben wir dann auch Annikas Zimmer gefunden, aus dem sie dann auch quietschend und jubelnd raus gehüpft kam und mich fast zerdrückt hat.

Es war auf jeden Fall ein freudiges Widersehen, außerdem hatten wir beide uns natürlich auch Gedanken gemacht was man denn den Anderen Gutes tun könnte und so hatten wir die doppelte Ration an Schokoladenkeksen, Schokoladenkuchen, Schokolanden-Teilchen und Süßigkeiten. Wir wissen eben was uns gut tut! :D

Von Kabanjahe aus ging es dann nach ein paar Stunden und mal wieder einer Richtigen Regendusche, weiter Richtung Sukamakmur, wo die Youth Pre Assembly stattfinden sollte.

Nach Kennen-Lern-Spielen, einer Führung über das Gelände, einer Tanz und Gesangseinlage der Kinder/Jugendlich der Kirche und einem Begrüßungsgottesdienst, ging es dann auch mit der Arbeit los. Wir lernten zunächst allgemein etwas über die VEM und GA und übten das formulieren guter Anträge in der Assembly, denn wir wollten natürlich, dass unsere Anträge nachher auch beachtet werden.

Zunächst überlegten wir in den Ländergruppen, unter dem Oberthema „Living with other faith“, mit welchen  Themen wir uns gerne beschäftigen würden und präsentierten diese allen Teilnehmern. An den folgenden Tagen erarbeiteten wir dann in gemischten Arbeitsgruppen Themen und Anträge, die wir bei der GA ansprechen wollten wie z.B. Konflikte in Vem-Kirchen, Inklusion, HIV/AIDS, Jugendprogramme und vieles weitere, es wäre jetzt zu viel alles aufzuschreiben, denn es gibt ja noch ein bisschen mehr zu erzählen.

Nach einigen Tagen Arbeit und Spaß ging es dann für uns 11 Stewards (Nur 11 anstatt 12 weil die Steward aus Kamerun leider kein Visum bekommen hat.) weiter ins Grand Mutiara Hotel, in Berastagi, in dem ab dem 20.10 dann die General Assembly stattfand.

Da wir ja neben der Arbeit als Steward auch die Möglichkeit hatten ein bisschen zuzuhören und auch Freizeit hatten, war es einerseits eine sehr lehrreiche und spannende Zeit und andererseits auch sehr entspannend. Warum entspannend? Also erst einmal war die normale Aufsteh-Zeit ca. 7 Uhr (was ja für mich schon spät ist) und dann gab es im Hotel natürlich Swimmingpool, WARME Duschen und super leckeres Essen, nicht, dass das Essen bei mir im BKM nicht auch lecker wäre, aber Mal so zur Abwechslung Backed Beans und Röstis zum Frühstück ist eine angenehme Abwechslung.

Über die Inhalte der Besprechungen darf ich nichts erzählen, aber am vorletzten Tag, die GA war eigentlich schon beendet (also zumindest der Arbeitsteil), wurden verschiedene Ausflüge in die Umgebung angeboten. Wie zum Beispiel Besuch der heißen Quelle, Besteigen eines Vulkans, Besuch des Wasserfalls „sepisu-pisu“ und einige weitere. Eigentlich hatte ich mich (wie die meisten) für das Besteigen des Vulkans eingetragen, dieser Ausflug musste aber leider auf Grund von wetterbedingt Problemen ausfallen, da es sonst zu gefährlich gewesen wäre. Also entschied ich mich für die Wasserfalltour. Was auf jeden Fall eine gute Entscheidung war, es war echt lustig und wunderschön.

Der Wasserfall liegt direkt beim Toba See (sodass man eigentlich sogar zwei Sehenswürdigkeiten hat) und man kann von einer Aussichtsplattform beides bewundern. Zudem gibt es einen, sich den Berg herunter schlängelnden, Weg bis zum Fuß des Wasserfalls, den wir natürlich nicht auslassen konnten. Unten angekommen, fiel mir erst einmal der Klimawandel auf, es war sehr tropisch, die Luft war feucht und durchnässte erst einmal unsere ganze Kleidung. So richtig nass waren wir dann aber erst als wir direkt am Wasserfall standen, denn das hochspritzende Wasser überraschte und überflutete uns. Eine wirklich lustige und abkühlende Aktion.

Der Rückweg bergauf war dann doch etwas anstrengend, sodass wir froh waren uns im Hotel noch ein bisschen ausruhen zu können, bevor dann am Abend zum Abschluss das „Farwell-Dinner“ stattfand. Ein wirklich schöner Abend mit Gesangseinlagen und Tänzen jeder Region.

Am nächsten Tag ging es dann auch schon wieder zurück nach Hause, für die meisten per Flugzeug, für uns nur per Auto.

           
     
   
     
 
 
  Lertina und Lermiana (sie hat früher auf Lertinas Stelle gearbeitet, ist aber jetzt schon im Ruhestand) kamen um uns abzuholen. Außerdem begleiteten uns zwei weitere Deutsche, Uwe der sich für seine Kirche die Projekte der GKPS anschauen wollte, sowie Elisabeth, die viele Jahre selbst in Indonesien gelebt hat, erlebt hat wie viele Kirchenprojekte aufgebaut wurden, bzw. einige selbst aufgebaut hat, wie z.B. die Internate/Schullandheime in Sondiraya, die ich schon auf den Ausflügen mit Karolin und Lertina kennengelernt habe.

Noch ein kleiner Einschub wie man sich hier eigentlich fortbewegt:

 

Textfeld: VERKEHR & VERKEHRSMITTEL Der Verkehr hier ist schon etwas Besonderes…unglaublich volle Straßen und verschiedenste Verkehrsmittel die versuchen sich zwischen Ständen, anderen Fahrzeugen und Fußgängern durchzuquetschen und das Ganze in rasendem Tempo.  Zu den Verkehrsmitteln:  Zunächst einmal Motorräder und Roller, die am häufigsten vorkommen, da es auch der schnellste Weg ist sich hier fortzubewegen. Denn nur mit Motorrad oder Roller ist es möglich sich zwischen allem und jedem durchquetschen. Außerdem ist es hier normal, aber auch verboten, ganze Familien auf ein Gefährt zu laden. Das sieht folgendermaßen aus: ein Kind steht vorne am Lenker, Vater sitzt und fährt, Mutter dahinter mit Baby umgebunden und 2. Kind auf dem Schoß und dann noch Päckchen, Tüten oder ein weiteres Kind ganz hinten drauf (erlaubt sind 2 Erwachsene und ein Kind).  Wie das Ganze funktioniert, keine Ahnung! Ich fand es schon eng mit mir und 2 weiteren Personen.  Dann noch das Auto, wobei Autos grundsätzlich mindestens 5-sitzer sind.  Angkot (angkutan=Transport und kota=Stadt) eine Art Minibus. Die Angkots dürfen immer und überall anhalten und kosten auch nur 2000 Rp (12.000 Rp entsprechen 1 Euro). Sie sind DAS öffentliche Verkehrsmittel hier in der Stadt.  Becak: Motorrad mit einer Art Sitzkapsel an der Seite. Wenn man sich nicht im Angkot mit vielen Menschen quetschen will, kann man auch mit den Becak fahren. Die ebenfalls in der ganzen Stadt zu finden sind. Für weitere Strecken, um z.B. zum Toba See oder nach Medan zu fahren gibt es zwei weitere Möglichkeiten.  Taxi bzw. Sammeltaxi und den Schnellbus. Die Schnellbusse sehen genauso aus wie ein Angkot nur ein bisschen größer und machen ihrem Namen alle Ehre, da sie mit unglaublichem Tempo fahren, auch in S-Kurven oder Bergabfahrten mit steilen Hängen. Da bin ich dann immer froh wenn ich an der Innenseite sitze und die Klippen nicht sehen muss.

 

…Und dann war ich auch schon wieder zurück im BKM.

Doch so richtig angekommen bin ich nicht, da ich direkt von meiner Chefin eingeladen wurde übers Wochenende mit ihr zu einer Familienfeier in ihre Heimatstadt, Sidikalang, zu fahren. Ich hab natürlich zugesagt, da sie meine Chefin ist :P aber natürlich auch, weil es schön ist viel von Indonesien kennen zu lernen.

Auch wenn ich das Gefühl hatte irgendwie nicht richtig angekommen zu sein, weil ich immer wieder irgendwohin gefahren bin/ hin fahren musste. Ich fühlte mich mehr als Tourist, oder wie eine der anderen Besucher, die hier ab und zu mal vorbei kommen, anstatt „die große Schwester“ zu sein.

Das hat mich sehr ärgert aber jetzt hab ich mal gesagt, dass ich ein bisschen hier bleibe und das hat auch gut geklappt und bin auch endlich angekommen, sodass meine Sprache auch schon ein gutes Stück besser ist. :)

Während ich Weg war, hatten ein paar der Älteren schon Angefangen mit einer Tanzlehrerin traditionelle Tänze zu lernen, da sie bei einer Veranstaltung vortanzen sollten. Die Veranstaltung wurde von einem der BKM Sponsoren aus Singapur gehalten und informierte über das Hilfsproramm der Sponsoren für Kinderheime.

Anfang November war dann auch der Tag gekommen, nach der Veranstaltung kamen dann die Sponsoren auch ins BKM, um sich die derzeitige Situation anzuschauen. Außerdem war ein Besuch beim Zahnarzt für das nächste Wochenende geplant. Was ein lustiges Unterfangen war zumindest für mich, die nicht auf den Zahnarzt Stuhl musste. Hingegen Tison, eins der neuen Kinder, musste 7 Zähne gezogen bekommen für ihn war es also weniger lustig, aber ich habe fleißig mit Hände halten und gut zusprechen geholfen.

Bis Anfang letzter Woche ist nicht so viel neues passiert, nachdem die Sponsoren wieder geflogen waren hab ich für einen Tag eine der SMA (Senior) Schulen besucht, um mir das Ganze mal anzuschauen, besonders lustig war, dass es eine technisch ausgerichtete Schule ist und so außer mir noch zwei weitere Mädchen anwesend waren.

Ansonsten war ich jetzt schon einige Male alleine in der Stadt, um einzukaufen oder einfach die Stadt ein bisschen zu erkunden.

Die seltsamste Entdeckung: Echte, lebende, kunterbunt eingefärbte Küken. Wirklich seltsam zu sehen(hab leider im vorbei fahren nicht geschafft ein Foto zu machen) und auch irgendwie nicht so toll, wenn man dann mal darüber nachdenkt wie die Küken denn bunt werden, ganz einfach rein in den Farbtopf und fertig. Nicht schön.

Außerdem bin ich dann auch noch krank geworden, Paratyphus, was aber durch Medikamente und Ruhe dann auch wieder schnell auskuriert war.

Letzte Woche begannen dann die Weihnachtsvorbereitungen, denn dadurch, dass im Dezember und besonders in der Weihnachtszeit sehr viele Besucher und Gäste kommen, feierten wir Weihnachten schon am 1. Dezember. Gewissermaßen wir hier den ganzen Monat lang gefeiert, sodass es viel vorzubereiten gab, wie zum Beispiel die Aula zu schmücken, hierfür haben wir zusätzlich zur alten Dekoration noch riesige Tannenbäume und Nikoläuse gebastelt. Außerdem mussten für alle Weihnachst-Kleidung und Schuhe gekauft werden, sodass wir mit 20 Leuten, 40 Paar Schuhen, in einem Minibus, nach vielen Stunden suchen, völlig geschafft im BKM ankamen.

Am letzten Mittwoch hatte ich dann noch ein Fotoshooting für einen Freund, der letzten Sonntag sein Fotostudio eröffnet hat und für die Eröffnung wollte er gerne noch Fotos von mir haben. Also hieß es im Engel-Look und Brautkleid(!) für die Kamera posieren, eigentlich ganz lustig, wenn auch ungewohnt für mich. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, ich habe die Fotos zwar noch nicht, aber einen kleinen (bzw. großen) Vorgeschmack hatte ich schon, denn ich konnte mich selbst bei der Eröffnung auf einem dann doch ziemlich großen Bild bestaunen.

Am Freitag, einen Tag vor unserer Weihnachtsfeier habe ich dann für alle Hefeplätzchen gebacken, die wirklich super gut angekommen sind, ich stand 6 Stunden backend in der Küche und am Ende, als alles aufgegessen war wollten alle noch mehr haben. Also eine gelungene Weihnachtsüberraschung.

Außerdem verbrachte ich die Nächte damit Frisuren bei den Mädchen für den großen Tag auszuprobieren.

Zur eigentlichen Weihnachtsfeier waren dann alle rausgeputzt, in den neuen Anziehsachen und Schuhen, bereit um unsere Gäste zu Empfangen. Die Gäste waren z.B. eine Delegation der Kirche, zu der auch Lertina gehörte, sowie einige Schüler aus Sondiraya,  Gäste aus dem PKR, dem Ausbildungszentrum des Mannes meiner Chefin (Ibu Merti), und einigen weiteren Freunden, Bekannten und Sponsoren des BKMs.

Wir feierten einen Gottesdienst mit mehreren Schauspielen und Gesangseinlagen an denen ich mich auch beteiligte, indem ich mit Agustus, einem der Jungen, ein Duett und mit den